Die Wahrheit über Bio

Alles über die tatsächliche Wahrheit von “Bio”

Wie viel hat Ihre Vorstellung von altmodischen und idyllisch gelegenen Bauernhöfen und den damit verbundenen glücklichen Tieren in artgerechter Haltung und auf grünen Wiesen mit der Wirklichkeit zu tun? Haben Biotiere wirklich ein besseres Leben, als ihre konventionell gehaltenen Artgenossen? Im Folgenden soll gezeigt werden, dass man dies hinterfragen sollte, um sicher zu gehen, dass “Bio” auch wirklich “besser” ist.

 

Ein paar kurze Fakten dazu, was sich “Bio” nennen darf:

  • Der Begriff “Bio” ist europaweit geschützt
  • Die Produkte müssen den Kriterien des Bio-Siegels entsprechen, das Siegel-Logo aber nicht zwingend tragen
  • Diese Siegel erhalten Regelungen zum Umgang mit Düngemitteln, Pestiziden, …
  • “Bio” muss ohne Gentechnik sein
  • Es dürfen keine chemischen Pflanzenschutzmittel, Wachstumsregulatoren oder Hormone verwendet werden
  • Die Tiere sollen nur mit ökologischem, möglichst selbst erzeugtem Futter versorgt werden
  • Es erfolgt eine regelmäßige Prüfung durch unabhängige Kontrollstellen

Die Haltung von Biorindern:

  • Sogenannte „Mutterkuhhaltungen“ (Haltung in der die Kälber nicht von ihren Müttern getrennt werden, sondern zusammen mit ihnen leben) sind in Deutschland sehr selten (z.B. Gutshof Mooseurach -> unten verlinkt)
  • Die Rindfleischproduktion erfolgt überwiegend durch die Schlachtung ausgedienter Milchkühe und deren männlichen Nachkommen
  • Ein Drittel aller Biomilchkühe leben in Anbindehaltung (am Hals fixiert)
  • Es herrscht meist Dauerschwangerschaft der Kühe (um die Milchproduktion anzuregen) und Kälbertrennung
  • Schmerzhafte Enthornung: fast die Hälfte der Biorinder ist enthornt
  • Auch die Bio-Milchkuh ist eine auf Hochleistung gezüchtete Kuh (aber ihr Euter ist nicht auf so eine hohe Milchproduktion ausgelegt)

Die Haltung von Bioschweinen:

  • Bioschweine haben 2,3 m² Platz im Stall. Eine saubere Trennung von Liege-, Futter- und Kotplätzen ist somit nicht möglich
  • Freilauf bedeutet: Ein kleiner Auslauf mit befestigtem Boden
  • Es reicht sogar ein Stall, bei dem einfach eine Seitenwand durch ein Gitter ersetzt wurde
  • In manchen Biobetrieben werden die Ferkel (wie in der konventionellen Haltung) noch ohne Betäubung kastriert. Dies verursacht große Schmerzen.

Die Haltung von Biohühnern:

  • In Biobetrieben, die auf die Produktion von Hähnchenfleisch ausgelegt sind, leben ca. 4800 Tiere pro Stall, das bedeutet 21 Kilo Masthuhn pro Quadratmeter
  • Die Hühner schlüpfen auch hier in einem Brutschrank
  • Sie haben 27 Tage Theorie-Freilauf in ihrem 81 tägigen Leben
  • Die Tiere wurden auf ein rasantes Wachstum und die Ausprägung einer überdimensionalen Brust gezüchtet (Hähnchenbrustfleisch ist sehr beliebt, somit möchte man möglichst viel davon haben)

Bio ist nicht gleich Bio!

Artgerechte Tierhaltung ist für Verbraucher der wichtigste Grund, Bio zu kaufen. ABER es gibt große Unterschiede in der Haltung von Biotieren! Glückliche Kühe auf einer grünen Wiese sind meist nur die Idealvorstellung des Verbrauchers. Fakt ist, dass man um wirklich sicher zu gehen, dass ein Biohof sich um das Wohl seiner Tiere sorgt, diesen eigentlich besuchen sollte, um sich selbst ein Bild von den Verhältnissen vor Ort zu machen. Wir empfehlen Ihnen, Ihr Fleisch von einem Hof in Ihrer Nähe zu beziehen, welchen Sie auf Nachfrage auch jederzeit besichtigen können sollten. Ein Beispiel hierfür wäre der Thomahof-Brandl (unten verlinkt). Dieser bietet sogar geregelte Besucherzeiten an. Es gibt aber auch eine Reihe von Siegeln, auf die Sie sich verlassen können. Die bekanntesten und wichtigsten von ihnen und deren Auflagen bzw. Kriterien, haben wir in der Kategorie “Biosiegel” für Sie zusammengefasst.

Quellen:

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erstellt von Alexander Künzel am 01. Juni 2017 um 14:11 Uhr